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BATMAN – The Telltale Series Review Episode 2-5

Ganz an den Beginn des Dunklen Ritters geht Telltale mit seiner Interpretation von Batman. Nach einem äußerst interessanten Beginn, der eine neue Vorgeschichte der Familie Wayne etablierte, möchten nun drei weitere Episoden die Sache vertiefen. Das gelingt auch – im guten wie im schlechten. Unsere Passkontrolle macht heute Überstunden!

 

Ein Schatten über Gotham

Zunächst mal sollte ich an dieser Stelle die Erscheinungsweise ansprechen. Brauchte Tales from the Borderlands einst fast ein ganzes Jahr um komplett zu erscheinen, so liefert Batman sein komplettes Programm in gerade einmal 4 Monaten. Kein Monat verging ohne eine neue Episode und daher entschied ich mich, nicht einzeln die Episoden durchzugehen, sondern sie zusammen in einen Text zu packen. Ob es ein Fingerzeig für weitere Titel ist? Jedenfalls hat man stellenweise den Eindruck, Telltale würde diese Episoden am Fließband zusammenbauen. Aber wo waren wir nach Episode 1 stehen geblieben?

Von Mafiaboss Carmine Falcone erfuhr Batman, dass die Wayne-Familie schon seit vielen Jahren Geschäfte mit den Verbrechersyndikaten und der herrschenden Elite um Bürgermeister Hill macht. Ein desillusionierter Bruce Wayne stellt daraufhin alles infrage, wofür er kämpft und was richtig ist – gerade als die mysteriösen Kinder Arkhams beginnen die Stadt zu bedrohen.

Zentral für die zweite Episode ist die Beziehung zwischen Bruce Wayne und Seline Kyle, die in der ersten Episode von seiner Geheimidentität erfuhr und selbst mitten in den krummen Geschäften drinsteckt, aber nur, weil sie eigene Motive hat. Sehr gut gelungen sind die Detektivpuzzle, in denen Batman einen Tatort analysiert und Verbindungen zwischen den Spuren herstellt. In dieser Hinsicht ist es fast schon wie die Detektivszenen aus Arkham Origins und Arkham Knight, denn mit jeder hergestellten Verbindung visualisiert Batman wie es ablief.

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Kopf oder Zahl

Für Harvey Dent ist es ein steiniger Weg zur Wahl des Bürgermeisters. Und wer sich auch nur ansatzweise mit den Comics auskennt, wird erahnen können, welches Schicksal schließlich dem Bezirksstaatsanwalt droht. Andererseits schafft man damit eine interessante Sache: Mehrere Antagonisten müssen sich auch untereinander messen und machen keine gemeinsame Sache. So entsteht auf einigen Ebenen mehr als ein Konflikt mit denselben Personen, z.B. zwischen Bruce Wayne und Oswald Copplepot als auch zwischen Batman und dem Pinguin.

Episode 3 überzeugt vor allem mit einem Ende, das wohl als die wahnwitzigste, aber auch genialste Wendung überhaupt in einer Telltale-Adventurefolge eingehen wird – nur um dann in Episode 4 die ganze Sache zugunsten von anderen Elementen der Geschichte auf’s Abstellgleis zu schieben und sie nur am Rande zu behandeln. Ärgerlich ist das vor allem, weil in Episode 4 im Grunde nicht viel passiert, was die bisherigen Ereignisse weiter behandelt. Stattdessen macht Telltale den Raum auf, um nur mehr Geschichtsstränge zu öffnen, möglicherweise, um sie in einer Fortsetzung weiter zu behandeln, was mich schwer an Game of Thrones erinnert, wo man ähnlich vorging. Jedoch freue ich mich speziell über einen Charakter, den Telltale in der 4. Episode einführt, aber bisher eine ungewöhnliche Interpretation aufweist.

Böse sein kann man über die technischen Aspekte. Wie fast schon üblich bei Telltale-Spielen läuft die Engine teils furchtbar langsam und wird besonders in hektischen Szenen regelrecht zur Dia-Show. Schlimmer noch, dass besonders Episode 4 anfällig für Abstürze ist: Einmal wurde ich auf meine Oberfläche zurückgeworfen, einmal ist mir direkt die ganze Konsole eingefroren. Zudem war gerade in der 4. Episode ein Großteil der Untertitel nicht eingedeutscht, was zu einem fliegenden Wechsel zwischen deutschen und englischen Untertiteln führte – und zumindest das wird nicht besser im Abschluss.

Mit Episode 5 kommt Telltales Batman wieder in die Spur und wir erfahren einige sehr düstere, aber auch merkwürdig plötzliche Hintergründe. Irgendwie…wird aus der ganzen Enthüllung über die Kinder Arkhams nicht viel mehr gemacht als eine Abwandlung einer Comic der Woche-Geschichte. Bisher hatten in dieser Hinsicht einige Andeutungen gefehlt, doch die Wahrheit zahlt sich nicht so ganz aus. Dies führt zwar zu einem insgesamt recht guten Finale mit einem Abschluss, der leider zu wünschen übrig lässt – und dann…, aber nein, das soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

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PASS-FAZIT: Erteilt – unter Telltale-typischen Auflagen

 

Summary
Batman - A Telltale Series ist eine gute, aber fern von rundum gelungene Interpretation des DC-Helden. Dafür krallt sich das Spiel zu sehr an seine eigene Vorlage, obwohl es von der Ausgangslage eigentlich keinen Ballast in Sachen Kontinuität hätte. In Sachen Telltale-Spiele ordne ich es auf demselben Grad wie die zweite Staffel von The Walking Dead und über Game of Thrones vom letzten Jahr ein.  Auch von Game of Thrones nimmt Batman den Frust über das ultimative Ende, daher bleibt abzuwarten, wann Telltale die 2. Batman-Staffel nachschiebt.
Good
  • Gutes Sprecherensemble
  • Interessante Interpretation
  • Trotz Adventureformats recht authentisch zur Arkhamreihe
Bad
  • Alles fühlt sich sonderbar ausgelutscht an
  • Viele Grafikfehler und teils fehlende Übersetzung
  • Gefesselt an seine Vorlage, um wirklich zu innovieren
6
Okay
Written by
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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