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Batman: Arkham Origins Review

Ich bin Batman!

Heiligabend, die besinnliche Zeit des Jahres. Die Fensterläden und Straßenzüge Gothams sind weihnachtlich geschmückt und sogar etwas Schnee hat sich auf den Dächern niedergelassen. Der idyllische Eindruck Gothams täuscht, denn noch regieren Gangsterbosse die Stadt. Auch im GCPD herrscht Korruption in allen Etagen, vom Steifenpolizisten bis hin zu Commissioner Loeb. Doch ein Freak in einem Fledermauskostüm, der sich selbst Batman nennt, soll des Nächtens die Straßen Gothams patrouillieren und für Recht und Ordnung sorgen. Dieser Irre ist der Polizei jedoch ein Dorn im Auge und nichts weiter als ein Selbstjustiz verübender Bürger der schnellstmöglich hinter Gittern gehört.

Der junge Milliardär Bruce Wayne wird in dieser Nacht nicht mit einer heißen Tasse Tee vor dem Kamin entspannen, denn Black Mask hat ein Kopfgeld auf sein Alter Ego Batman ausgesetzt, welches mit 50.000.000 Dollar notiert ist. Diese Summe lockt einige der gefährlichsten Killer an: Bane, Lady Shiva, Firefly, der Electrocutioner, Deadshot, Deathstroke, Copperhead und Killer Croc. Für Batman beginnt in dieser Nacht eine gefährliche Hetzjagd, denn nicht nur die Killer sind ihm auf den Fersen, sondern auch die Polizei Gothams.

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Batman: Arkham Origins ist ein Prequel zu Arkham Asylum und Arkham City und versetzt den Spieler zurück an den Anfang von Batmans Karriere als Verbrechensbekämpfer. Batman kommt hier zum ersten mal mit altbekannten Gegnern wie Bane und Killer Croc in Kontakt. Auch das Verhältnis zum GCPD ist alles andere als gut, weshalb der verkleidete Kämpfer als Feind statt als Freund angesehen wird und sich Vertrauen langsam erarbeiten muss. Gordon ist als Captain angestellt, die Rolle des Commissioners fällt dem Korrupten Loeb zu. Zudem sehen wir zum ersten mal auch Gordons Tochter Barbara, welche uns bisher lediglich als Oracle über Funk beratend zur Seite stand. Auch das friedliche weihnachtliche Setting passt sehr gut, da die beleuchteten Straßen von Gotham einen schönen optischen Kontrast zu den Bandenkriegen und Verbrechen darstellen. Der Auftritt einiger weniger populärer Charaktere freut mich besonders, da es viele andere interessante Figuren im Batman Universum gibt.

Technischer Rückschritt

Weg von der Anstalt und dem Mega Gefängnis Arkham City können wir nun diesmal ganz Gotham als unseren Spielplatz betrachten. Entsprechend größer fällt auch die Map aus, obgleich die erweiterte Größe nicht sofort spürbar wird. Von einem Ende der Karte bis zum anderen braucht man nicht wesentlich länger als noch bei Arkham City. Das wiederum ist sehr erstaunlich da die Jungs bei Warner Bros. Montreal hier leider einen dicken Patzer geliefert haben. Die Navigation per Batclaw durch Gotham funktioniert bei weitem nicht so flüssig wie in den anderen Teilen, was zum Großteil an den sehr spärlich gesetzten Ankerpunkten liegt. Stellen an denen man sich eigentlich mit Leichtigkeit hochziehen könnte werden nicht angezeigt, was dazu führt dass zum Beispiel die Gotham Bridge nur teilweise begehbar ist. Daher müsst ihr euch darauf einstellen, nicht immer den offensichtlichsten und kürzesten Weg gehen zu können, sondern kleine Umwege in Kauf nehmen – einfach weil es das Spiel so will.

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Ganz Gotham ist von Anfang an für den Spieler begehbar und muss nicht erst nach und nach freigeschaltet werden. Aber wie es sich für Open World Spiele heutzutage gehört gibt es auch in Arkham Origins wieder eines: Türme! In der Stadt stehen Funktürme verteilt die von Enigma, dem Riddler, übernommen wurden. Diese Türme senden nun Störsignale aus, die euren Batwing davon abhalten in den betroffenen Bereich einzufliegen. Hebt ihr die Störsignale auf, kann euer Batwing euch per Schnellreise in den gewünschten Distrikt bringen – selber fliegen geht nicht. Leider ist das Freischalten der Türme irgendwie witzlos, da ihr die meisten gleich zu Beginn anfliegen und übernehmen könnt. Dazu müsst ihr nur per Minispiel über euren Sequenzer das Passwort ausfindig machen und schon steht euch der Weg offen. Wahrscheinlich war es Vorgabe eine solche Turmmechanik im Spiel einzubauen, da es mittlerweile ja zum guten Ton gehört.

Außerdem fällt die Kamera immer wieder negativ auf, da sie das Geschehen nicht optimal einfängt und so der Überblick über Batman und den Standort der Gegner verloren geht. Das ist besonders in einigen Bossfight spürbar und nervig. Auch die Texturen lassen noch viel Raum für Verbesserungen. Diese sind oft sehr verschwommen oder laden erst gar nicht, was dazu führte, dass ich einmal in einer Welt ohne Texturen unterwegs war und Gotham aus großen grauen Säulen bestand. Während eines Kampfes mit Bane kam es dann zu einem Wandglitch, so dass der Kampf wiederholt werden musste. Ärgerlich, aber irgendwie doch verschmerzbar, da die Kämpfe wie gewohnt ordentlich Spaß machen.

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Neuer Batman, alter Batman

Als Neuling in der Verbrechensbekämpfung kann Batman nicht auf die ausgefallenen technischen Spielereien zurückgreifen, die wir aus den anderen Spielen kennen – oder? Naja, Warner Bros. hat dafür eine ganz eigene Lösung gefunden. Klassiche Geräte wie der Batarang in seinen bekannten Formen und die Batclaw gehören natürlich zum Arsenal. Aber auch der Unterbrecher, mit dem Waffen kurzgeschlossen werden können und die Eisgranaten von Mr. Freeze aus Arkham City kommen wieder vor. Diesmal handelt es sich allerdings nicht um Eisgranaten, sondern um einen schnell aushärtenden Kleber. Wenn ihr alle Gadgets beisammen habt werdet ihr sehen, dass diese beinahe eins zu eins denen aus Arkham City gleichen. Schade, sind da die Ideen ausgegangen?

Ideenlosigkeit muss man den Entwicklern leider auch bei der Story vorwerfen. So wie Batman: Arkham Origins im Vorfeld angekündigt wurde klang es nach einem sehr interessanten Spiel, dass sich ganz anders Orientiert als Asylum und City. Doch leider stellt man relativ schnell fest, dass nicht etwa Black Mask der Kopf hinter der Hetzjagd ist, sondern mal wieder – wer auch sonst – der Joker. Also drei Spiele in denen der Joker der Hauptbösewicht ist werden dem Batman Universum nicht gerecht. Die Geschichten haben mehr und ebenfalls sehr interessante Gegenspieler zu bieten als den Joker. Enttäuscht haben leider auch die 8 angeheuerten Killer. Nicht etwa in der Weise, dass die Auswahl schlecht wäre, sondern dass 2 Gegner nur Optional sind, einer lediglich einen sehr kurzen Auftritt bekommt und ein weiterer gar nicht zu bekämpfen ist. Gerade nach der großen Ankündigung, dass Batman von diesen achten Assassinen gejagd wird, lässt die Art der Umsetzung zu wünschen übrig. Hauptrollen spielen hier wieder Joker und Bane, vielleicht durch die gestiegene Bekanntheit der beiden durch die letzten Kinofilme. Damit können sich zwar auch nicht-Comicaffine Spieler schnell mit den Charakteren einlassen, man versperrt ihnen damit aber gleichzeitig auch den Weg tiefer in die Welt von Batman einzutauchen. Dennoch gibt es im Verlauf der Geschichte neben gewohnt viel Action auch emotionale Momente und Einblicke in die Anfänge der Geschichte um den Joker und Batman.

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Eine weitere Neuerung ist der überarbeitete Detektivmodus. Dieser sieht optisch sehr cool aus, beschränkt sich spielerisch aber auf das sture Abarbeiten von markierten Punkten. Damit wird man selbst nicht gefordert sondern penibel von einem Punkt zum nächsten gelotst. Ein bisschen mehr Denkarbeit hätte Abwechslung und Realismus in die Sache gebracht. So jedoch verkommt der Detektivmodus leider zu einer teils lästigen Pflicht. Aber nicht nur Kombinieren kann Batman ziemlich gut, auch im Austeilen spielt er in der ersten Liga. Der Free Flow klappt nach wie vor wunderbar und macht wie schon erwähnt viel Spaß, auch wenn es hin und wieder so scheint als würden Konter nicht immer erkannt. Aber nicht nur die direkte Konfrontation, sondern auch die heimlichen Jäger Begegnungen sind lobend hervorzuheben. Abwechslungsreich gestaltete Räume und weitläufige Areale mit vielen Verstecken und Wegen machen die Predator-Herausforderungen zu einem Highlight des Spiels.

Fazit

Warner Bros. Montreal haben mit Batman: Arkham Origins zwar kein schlechtes Spiel abgeliefert, jedoch kann es mit den großartigen Vorgängern, bzw. Nachfolgern nicht ganz mithalten. Arkham Origins liegt technisch unter dem Niveau der anderen beiden Titel. Ohne Passanten auf den Straßen fühlt man sich eher wie in einem noch größeren Arkham City, als in einer bewohnten Großstadt. Dieses Gefühl zieht sich leider auch beim Gameplay über weite Strecken hin, so dass man sich des öfteren bei dem Gedanken erwischt, ob man hier gerade ein Add-on spielt oder doch schon einen Vollpreistitel mit eigener Geschichte. Auch die technischen Mängel werfen die Frage auf, ob man nicht doch lieber bei Rocksteady hätte bleiben sollen. Trotz all dem macht Arkham Origins Spaß. Das Kampfsystem wird einfach nicht langweilig und einige der Bosskämpfe, wie etwa gegen Deathstroke, sind wirklich cool inszeniert. Viele Nebenaufgaben sorgen dafür, dass es auch nach Beenden der Story noch einiges zu tun gibt. Uneingeschränkt zum Kauf würde ich dennoch nicht raten. Aufgrund der hoch angesetzten Erwartungen aus den Trailer, Screens und Berichten über das Spiel sollten sich interessierte lieber zunächst einige Spielszenen von Batman: Arkham Origins anschauen, bevor eine Kaufentscheidung getroffen wird.

Getestet wurde die PlayStation 3 Version von Batman: Arkham Origins.

Zweite Meinung von Konrad Huber

Im Laufe der Handlung von Arkham Origins findet Batman die fehlende Komponente für eine neue von ihm entwickelte Waffe. Mit den „Glue Grenades“ kann er Kleinganoven kurzzeitig außer Gefecht setzen, heißen Dampf ausstoßende Heizungsrohre verstopfen und sich kleine Platformen auf Wasserflächen erschaffen. Kurz gesagt: Sie erfüllen exakt die selbe Funktion wie die Eisgranaten in Arkham City. Eine wunderbare Zusammenfassung für das ganze Spiel: Arkham Origins stiehlt schamlos von seinem Vorgänger und ist dabei nicht annähernd so cool.

Es wurde nicht nur die grundlegende Struktur übernommen, wie es z.B. bei Assassin’s Creed: Revelations der Fall war. Zahlreiche Sidequests und Gameplay-Elemente wurden mit bestenfalls minimalen Änderungen aus dem Vorgänger übernommen. Es ist als wären die Entwickler eine Checkliste durchgegangen, was im Spiel drin sein muss: Riddler Trophäen sammeln, check. Weibliche Ninjas vermöbeln, check. Surreale Spielabschnitte ausgelöst durch Halluzinationen, check. Der Joker singt ein Lied in den Credits, check.

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Das wundervolle Free-Flow-Combat System aus den Vorgängern hat den Übergang ins neue Spiel leider nicht ohne Schaden überstanden. Angriffe können nicht mehr für Kontermanöver unterbrochen werden und wenn Batman von zwei Gegnern gleichzeitig attackiert wird, blockt er oft nur einen. So ist es kaum möglich seinen Kombozähler zu erhöhen. Oft reagiert der dunkle Ritter nicht richtig auf Kommandos und visiert oft den falschen Gegner an.

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Die Story bleibt weit hinter dem hohen Standard zurück den Comic-Autor Paul Dini in den letzten beiden Spielen gesetzt hat. Der „Origins“-Ansatz bleibt größtenteils ungenutzt und das Set-Up wirkt arg erzwungen. Black Mask ist ein zentraler Charakter in der Handlung, der Unfall der ihm die Schädelmaske ins Gesicht brennt wird aber noch nicht einmal angedeutet. Bane hat in Origins sein erstens Aufeinandertreffen mit dem Dunklen Ritter, aber das entscheidende Ereignis zwischen diesen beiden findet im Spiel (natürlich) nicht statt.

Arkham Asylum war ein großartiges Spiel und Arkham City verfrachtete das Gameplay in eine größere, glaubhafte Welt. Origins dagegen ist nicht viel mehr als ein simpler Copy/Paste-Job ohne die Inspiration, Sorgfalt und Liebe für das Franchise, welche die ersten beiden Spiele so auszeichnete.

Konrad testete die Xbox 360-Fassung von Batman: Arkham Origins

Good
  • Schönes, Weihnachtliches Setting
  • Klasse Freeflow und spannende Jäger Herausforderungen
  • Einblicke in die Anfänge des Dark Knight mit emotionalen Momenten
Bad
  • Viele Bugs und technische Probleme
  • Teilweise schwierige Kamera
  • 8 Assassinen kommen nicht alle in der Story vor
  • Wenige eigene Ideen
  • Stellenweise Gefühl ein Add-on zu spielen
7.5
Gut
Written by
Spielt von RPGs bis Shooter fast alles - aber nur auf der Konsole.

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