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Atelier Sophie: The Alchemist of the Mysterious Book Review

Kirchen Bell, eine kleine Stadt mit warmen Klima, ruhigen Bewohnern und ganz normalen Geschäften. Doch eines davon ist nicht ganz alltäglich, und zwar ein Atelier, in dem die Kunst der Alchemie praktiziert wird. Sicherlich stellt man sich nun einen älteren und zerstreuten Herren vor, welcher ein Experiment nach dem anderen durchführt, doch hier tüftelt ein Mädchen namens Sophie, welche mit ihren Kenntnissen versucht, den Leuten in der Stadt ebenso zu helfen wie es einst ihre Großmutter tat. Eines Tages entdeckt sie ein Buch, welches sich von den anderen in ihrem Atelier unterscheidet. Dies ist der Beginn eines Abenteuers für Sophie, in dem sie nicht nur eine bessere Alchemistin wird, sondern auch noch viele neue Dinge und Personen kennenlernt. Wir begaben uns nach Kirchen Bell, um zu schauen, was es mit diesem mysteriösen Buch auf sich hat und welche Erfahrungen Sophie dabei erlebt.

Gestatten: Sophie Neuenmüller

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Das Spiel beginnt mit einer heiteren Szene, in der Sophie die Herstellung eines Gegenstandes missglückt, jedoch im nächsten Moment von ihrer Freundin Monika besucht wird, welche sie um eine bestimmte Sache bittet. Dabei handelt es sich um die Anfertigung einer Medizin, was die Überleitung zum Alchemiesystemtutorial für den Spieler darstellt. Nachdem Sophie Selbstvertrauen erhalten hat, da ihr diesmal die Herstellung gelang, wartet in ihrem Atelier mit Plachta, dem sprechenden und fliegenden Buch, eine Überraschung auf sie. Von diesem Punkt an beginnt für den Spieler die eigentliche Geschichte, welche sich um Sophies Entwicklung als Alchemistin sowie Plachta und ihre wieder zu erlangenden Erinnerungen dreht.

Das Besondere hierbei ist, dass jede Aktion, welche der Spieler ausführt, obgleich es das Sammeln von Materialien, das Bekämpfen von Monstern, das Interagieren mit verschiedenen Charakteren, oder das Alchemiehandwerk selbst ist, zum allgemeinen Storyfortschritt beiträgt. So ist es möglich, dass beispielsweise nach einem Ausflug in ein anderes Gebiet eine Cutscene stattfindet, welche entweder eine Nebenmission einleitet, oder aber mehr Informationen zur Hauptgeschichte liefert. Es ist jedoch auch jederzeit möglich die Bedingungen für die Weiterführung dieser im Übersichtsmenü aufzurufen.

Diese Art der Erzählweise gewährt der Geschichte nicht nur einen durchgehend flüssigen Verlauf, da jede getätigte Handlung entsprechend „entlohnt“ wird, sondern bietet mit den Überraschungsmomenten auch häufig Einblick in die verschiedenen Personen. Des Weiteren fördert dies die Erkundungs- und Aktivitätslust, sodass der Spieler dazu animiert wird, zahlreiche Sachen zu unternehmen. Gleichzeitig erfolgt auch eine natürliche Spielweltvertiefung und Charaktersympathiebildung. Die Kehrseite dessen ist jedoch, dass im gesamten Spielverlauf keine wirkliche Spannung vorhanden ist. Bedingt durch die allgemeine Atmosphäre der Geschichte und des Settings ist das zwar zu erwarten gewesen, doch boten bereits diverse Vorgänger wie beispielsweise Atelier Ayesha und Atelier Shallie durch eine entsprechende Grundprämisse (in Ayeshas Fall die Suche nach ihrer verschollenen Schwester innerhalb eines Jahres und in Shallies Fall der langsam in Vergessenheit geratenen Alchemie und den dadurch entstehenden Problemen) eine gewisse Spannung. In Anbetracht dessen, dass es sich jedoch bei Atelier Sophie um den Beginn einer neuen Trilogie handelt und jede dieser unter einer Gesamtthematik steht, ist es legitim, könnte aber aufgrund der einfachen Lebensgeschichtenpräsentation nicht jeden Spieler ansprechen.

Ein Gemälde in Pastelloptik

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In Sachen Charakterdesign und deren Expressionen hat Gust bei diesem Teil die Erwartungen der Spieler, welche sie mit entsprechenden Trailern geschürt haben, vollständig erfüllt. Die Pastelloptik, welche ein Markenzeichen der Reihe ist, wirkt noch intensiver als bei den vorherigen Titeln. Die Intensivität schlägt dabei in die farbenfrohere Richtung, auch bedingt durch die allgemeine Atmosphäre der Geschichte. Auch die Gegenstandsbilder sind individuell gestaltet und verleihen jedem einzelnen einen besonderen Eindruck.

Im Gegensatz dazu steht die Umgebungs- und Monstergestaltung. Beides wurde hier im simplistischen Stil gehalten, was zwar nicht negativ in Hinblick der Hauptelemente, das bedeutet die Alchemie und die Charakterinteraktion, ist, jedoch in Anbetracht des aufwändigen Detailgrads bei dem Personendesign und der technischen Möglichkeiten, welche Gust hier mit der PlayStation 4 zur Verfügung hatte, einen kleinen Farbklecks auf dem Gemälde der Gesamtpräsentation darstellt. Dafür findet der Spieler aber mit den Menüs und deren Gestaltung einen Ausgleich. Diese sind übersichtlich gehalten und in einem Buchseitendesign dargestellt, was eine direkte Referenz zu Sophie´s Handbuch ist, in welches sie Notizen schreibt, sobald der Spieler eine neue Rezeptidee entdeckt hat.

Des Weiteren ist bei der Detailansicht jedes Items ein kleiner Charakterdialog zu finden, bei dem sich zwei oder mehr Charaktere über dieses unterhalten, meist auf humoristische Art und Weise. Auch der Alchemieprozess ist in helleren Farben gehalten und unterstreicht nochmals die Leichtherzigkeit des Geschichte.

Die Idylle von Kirchen Bell

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Der Soundtrack ist, passend zur allgemeinen Atmosphäre der Geschichte selbst, ruhig gehalten. Auch in den Kämpfen sind die Musikstücke eher abenteuerlich als bedrohlich und furchteinflößend. Die Vielfalt ist dementsprechend nicht so groß wie bei anderen Titeln dieses Genres, doch fällt das nicht negativ auf, da die komponierten Stücke, trotz Wiederholung, nicht aufdringlich auf den Spieler wirken und zu den jeweiligen Momenten passen.

Heute denk´ ich, morgen tüftel´ ich, übermorgen bin ich eine bessere Alchemistin!“

Der Kern des Spiels ist, wie der Titel schon sagt, die Alchemie, das bedeutet die Herstellung verschiedenster Items aus den unterschiedlichsten Materialien. Um diese zu erhalten stehen dem Spieler drei Möglichkeiten zur Verfügung, und zwar zum einen das Sammeln in diversen Gebieten, dann als Beute von besiegten Monstern und zum anderen durch den Kauf dieser in diversen Läden der Stadt. Manchmal wird jedoch auch ein hergestelltes Item als Grundlage für ein anderes benötigt, wodurch der Spieler stets dazu angeraten ist so viele Rohstoffe zu haben, wie es für ihn möglich ist.

Sind nun also alle Zutaten vorhanden, so kann auf das entsprechende Rezept zurückgegriffen werden. Doch auch diese sind nicht alle von Beginn an vorgegeben und müssen vom Spieler, ebenso auf verschiedene Wege, erlangt werden. Das kann das Sammeln von Zutaten selbst sein, oder das Bekämpfen von Gegnern, aber auch die Interaktion mit bestimmten Personen und Dingen, wie beispielsweise den Brunnen in der Innenstadt, können zur Rezeptentwicklung führen.

Liegen nun sowohl die Materialien als auch das Rezept vor, kann die Kunst der Alchemie beginnen, und diese ist komplexer als es zunächst den Anschein hat. Qualität, Nutzungshäufigkeit, Menge und Zusatzeffekte sind alles Faktoren, welche eine Rolle dabei spielen. Jeder Rohstoff besitzt eine bestimmte Qualität, welche von nicht gut bis zu erstklassig reicht. Dies ist einer der wichtigsten Aspekte, der bei der Alchemie zu bedenken ist, denn sie legt den Hauptbestandteil des Endproduktes fest. Entsprechend ist auch hier Vorsicht geboten, wann von einer Zutat mit hoher Qualität Gebrauch gemacht werden sollte. Jedoch wird dem Spieler entgegengekommen, da vor der Bestätigung der Herstellung Einsicht in das Endprodukt genommen werden kann. Sollte also nicht das gewünschte Ergebnis erzielbar sein, kann mit anderen Materialien experimentiert werden.

Der alchemistische Prozess selbst findet dann in einer Cauldron statt, die durch ein Feld mit bestimmter Felderanzahl repräsentiert wird. Auch hier steht dem Spieler im späteren Verlauf eine größere Anzahl zur Verfügung, die er durch die Herstellung einer besseren Cauldron, welche über mehr Felder und verschiedene Boni verfügt, wie zum Beispiel die Rotation der Materialien, erhalten kann.

Jeder Rohstoff besitzt eine festgelegte Größe an Feldern, die beim Alchemieprozess eingenommen wird. Ist es dem Spieler möglich viele Cauldronfelder damit abzudecken, dann steigt entsprechend die allgemeine Qualität des Items und es können diverse Zusatzeffekte und spezielle Eigenschaften hinzugefügt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Spieler jedes Material genau betrachtet und stets die Eigenschaften überprüft. Ist ein Item erfolgreich hergestellt worden, erhält Sophie Erfahrungspunkte für ihr Alchemielevel, und das stellt ebenfalls einen wichtigen Punkt dar. Ist der Level zu niedrig, dann sinkt, trotz der Möglichkeit den gewünschten Gegenstand herzustellen, die Qualität davon. Des Weiteren ist es möglich, mit Erreichen höherer Alchemiestufen, mehrere Zusatzeffekte auf das zu erschaffene Item zu übertragen. Besonders im späteren Verlauf der Geschichte und mit der Konfrontation stärkerer Gegner, ist das ein Aspekt, welcher bei der Herstellung von Kampfitems vom Spieler zu bedenken ist.

Doch nicht nur einfache Kampfgegenstände und Items lassen sich mit der Alchemie bearbeiten. Auch die Ausrüstung selbst kann so erschaffen und entsprechend modifiziert werden.

Dem Spieler wird hier eine sehr große gestalterisch-experimentelle Freiheit gegeben, welche nicht nur einen hohen Entlohnungsfaktor durch das Auslösen charakterspezifischer Szenen und Cutscenes hat, sondern auch den Spielfluss durch den Geschichtsfortschritt auf natürliche Art und Weise motivierend und ungezwungen positiv beeinflusst.

Abenteuer mit Hindernissen

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Wie auch schon bei den bisherigen Einträgen der Atelier-Reihe, sind auch bei diesem Teil die Kämpfe in einem rundenbasierten System gehalten. Der Spieler kann sich dabei auf verschiedene Art und Weise darauf vorbereiten, wie zum Beispiel klassisch durch das Anlegen von Ausrüstung, die Modifikation oder Verbesserung dieser durch Alchemie. Aber auch die Herstellung von Gegenständen, welche in Aktion eingesetzt werden können, ist eine Möglichkeit. Von Bomben mit Elementareffekten bis hin zu Keksen, welche Gesundheitsregeneration und temporäre Statusverbesserungen bewirken, steht dem Spieler eine reichliche Auswahl zur Verfügung. Sind diese Vorbereitungen getroffen, sind die Gegner in den jeweiligen Gebieten außerhalb von Kirchen Bell zu finden. Noch vor der eigentlichen Auseinandersetzung ist bereits der Erhalt eines Vorteils möglich, indem der Spieler das Monster auf dem Feld angreift und somit einen garantierten Erstschlag, das bedeutet, dass die Gegner, obgleich es einer oder mehrere sind, erst nach den eigenen Truppenmitgliedern, agieren werden.

Im Geschehen ist der Spieler dann in der Lage den Charakteren bestimmte Kommandos zuzuweisen. Diese können entweder in einer defensiven oder einer offensiven Haltung ausgeführt werden. Je nachdem für welche sich entschieden wird, erhöht sich der Chain Link und hat dieser einen bestimmten Wert erreicht, so werden Zusatzaktionen ausgeführt. Diese können z.B. Schutz vor einem oder mehreren gegnerischen Angriffen oder ein zusätzlicher Comboangriff mit erhöhten Schaden sein. Mit dem richtigen Einsatz und Timing lassen sich so auch Gegner mit einem hohen Level bei geringerem Eigenlevel bekämpfen.

Ein weiteres klassisches Element sind die HP- und die MP-Leisten. Der Einsatz von speziellen Fähigkeiten benötigt MP, und deren bedachter Einsatz ist ein wichtiges Kampfelement, denn diese stellen sich erst bei der Rückkehr in Sophie´s Atelier wieder her. Das bedeutet, dass, sofern keine Ausrüstung mit passiver MP-Regeneration angelegt ist, die Notwendigkeit dieser in jedem Kampf neu eingeschätzt werden muss. Eine entsprechende Alternative bietet da zum einen der normale Angriff oder die Verteidigung, und zum anderen der Einsatz von Kampfitems. Da der Schwierigkeitsgrad einstellbar ist, und eine Veränderung keine Auswirkung auf den aktuellen Spielverlauf hat, kann der Spieler jederzeit selbst bestimmen, ob er die Auseinandersetzungen eher taktisch schwierig, oder aber ruhig und gemäßigt erleben will und somit die Kämpfe als Extra neben der Alchemie und der Geschichte betrachtet.

Summary
Atelier Sophie ist ein insgesamt sehr gelungener Titel und ein würdiger Einstieg der Reihe in aktuelle Konsolengeneration. Abgesehen von den Punkten der detailarmen Hintergründe und der vergleichsweise geringeren Herausforderung, welche die Kämpfe bieten, erhält der Spieler hier die Möglichkeit sich in Sachen Alchemie auf eine sehr umfangreiche Art und Weise auszutoben und zu experimentieren. Präsentiert wird das alles in einer hellen Farbpalette, welche nicht nur die Atmosphäre der Geschichte untermalt, sondern dem Spieler auch ein fast schon beruhigendes Gefühl gibt. Für mich war die Geschichte und das Spiel selbst ein ruhiges und entspannendes Erlebnis, und damit hat es aus meiner Sicht sein Ziel erreicht. Natürlich sagt diese interagierende Idylle nicht jedem Spieler zu, gerade in einer Zeit, wo viele Titel von spannungsgeladenen Geschichten getragen werden, doch Atelier Sophie sowie auch die Atelier-Reihe selbst bieten da eine entsprechende Abwechslung. Im Vergleich zu den bisherigen Einträgen des Franchise´ kann es mit diesen auf jeden Fall mithalten, sowohl qualitativ als auch inhaltlich. Fans der Reihe bekommen hier einmal mehr eine besondere Alchemiegeschichte, aber auch für Neueinsteiger ist es eine Empfehlung aufgrund der Zugänglichkeit aller Spielelemente und den umfangreichen Tutorials und übersichtlichen Menüs.
Good
  • Pastelloptik lässt viele Szenen sehr malerisch wirken
  • sympathisch konzipierte Charaktere mit humorvollen Interaktionen
  • komplexes und ermutigendes Alchemiesystem
  • natürlicher Storyfortschritt durch alle vom Spieler getätigten Aktionen
  • sehr große Vielfalt an herstellbaren Items und Modifikationsmöglichkeiten
  • hoher Detailgrad bei Charakteren und Menügestaltung (Zusatzdialoge in den Itembeschreibungen!)
Bad
  • Detailgrad der Hintergründe leider nicht so hoch wie sonstige Darstellungen
  • fehlende Spannung der Geschichte sagt nicht jedem zu
  • Kämpfe nur auf höchstem Schwierigkeitsgrad fordernd
9
Großartig
Written by
games! Redakteur

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