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Altered Carbon auf Netflix: Sci-Fi-Spektakel mit ordentlich Action

Altered Carbon auf Netflix: Sci-Fi-Spektakel mit ordentlich Action

Wenn Netflix so weiter macht, wird der Streaming-Dienst noch zum Garant für Sci-Fi Unterhaltung schlechthin. Auch der neueste Streich aus der Serienbude sorgt für einen immensen Suchtfaktor. Altered Carbon steht seit dem 2. Februar 2018 bei Netflix zum Anschauen bereit. Die Sci-Fi-Serie ist ein Mix aus Blade Runner und Ghost in the Shell, kombiniert das beste aus Dystopie, Cyberpunk und Zukunfts-Allerlei und rundet das Paket mit ordentlicher Action ab. Schon jetzt ein Hit.

Wir befinden ins im 25. Jahrhundert, in der Zukunft. Sterben ist out geworden, so gut wie jeder Mensch kann ewig leben. Mit einem Implantat im Nacken, in dem die Seele als digitaler Code gespeichert wird, ist es möglich, sein Bewusstsein gegen einen entsprechenden Obolus auf einen anderen Körper zu übertragen. Das können meistens nur die sogenannten Meths, sprich, diejenigen, die zur obersten Reichen-Kaste gehören, was diese zukünftige Welt recht schnell in eine Zweiklassen-Gesellschaft verwandelt hat. Und da sind wir schon mitten im Philip K. Dick Milieu: Was heißt das für den Menschen, ewig leben zu können? Sind wir damit gleich wie Gott? Sind wir überhaupt noch Menschen, wenn wir von Körper zu Körper springen?

Die Serie geht teilweise sehr in die philosophische Materie hinein, wenn in einer Folge der Satz „Gott ist tot“ fällt, werden nicht nur Philosophie-Studenten aufhorchen. Dennoch schafft es Altered Carbon die Balance aus Denkstoff, Story und abwechslungsreicher Action aufrecht zu erhalten. In all diesem zukünftigen Welt-ist-am-Ende-Szenario wacht Takeshi Kovacs (Joel Kinnaman) in einem neuen Körper auf, nachdem er 250 Jahre geschlafen hatte. Takeshi ist ein Envoy, der letzte Überlebende einer militärischen Rebellengruppe, die sich gegen die Diktatur des Protektorat gewehrt hatte. Er wird vom Superreichen Laurence Bancroft (James Purefoy) zurückgeholt, um einen Mord aufzuklären; nämlich seinen eigenen. Besser, den an seiner letzten Inkarnation.

Die abtrünnige, harte Welt, die einem gezeigt wird, entspinnt ihre Faszination durchgehend von Folge zu Folge. Die Serien-Schöpfer verstehen es gekonnt, behutsam von den Figuren aus deren Hintergrundgeschichte aufzubauen und so Sympathie-Träger zu erschaffen. Das Ganze findet in einer der besten Cyberpunk-Welten statt, die ich je in einer Serie erlebt habe. Der Großstadt-Moloch, der mit seiner Neo-Reklame und den verregneten, labyrinth-artigen Straßen und Wegen sofort an Blade Runner denken lässt, nimmt einen sofort gefangen. Er bildet den Rahmen für diese Zukunftsmenschen, die stoisch, ohne Angst vor dem Tod wie Zombies dahin vegetieren und aus Langeweile auch zu abscheulichen Taten fähig sind.

Die Story wird durch die Hauptfiguren getragen, die allesamt einen ordentlichen Job machen, gerade weil sie nicht übermäßige Gefühle zeigen sollen. Die mexikanische Polizistin Kristin Ortega (Martha Higareda) bietet mit ihrem leicht entflammbaren Temperament einen hervorragenden Kontrapart zu dem 250 Jahre alten Takeshi Kovacs, der oftmals wie ein Methusalem des Lebens müde geworden scheint. Joel Kinnaman spielt den Kontrast der alten Seele, die wieder ins Leben geworfen wird, wunderbar aus. Dieses ungleiche Paar ist es, das nach und nach die Rätsel um Laurence Bancrofts Tod lüftet und zugleich auch die Geheimnisse um ihre eigenen Charaktere preis gibt.

Die Figuren sind es auch, die den Zuschauer am meisten interessieren, weswegen ihm es auch nicht zu sehr stört, dass die Ermittlungen im weiteren Verlauf der Handlung auch mehr zur Grundlage für die Hintergrundgeschichten der Protagonisten werden. Als spannenden Kontrast zu Kovacs und Ortega kommt die KI Poe (Chris Conner) daher, die als Abbild von Edgar Allen Poe ein Hotel namens Raven betreut und zur menschlichen Komponente noch die Dimension Künstlericher Intelligenzen hinzu fügt, die sich in all dem unsterblichen Dasein fragen, was sie eigentlich machen sollen.

Altered Carbon ist alles andere als eine Kinderserie. Sci-Fi mischt sich mit wirklich gelungener, auch blutiger Action, aber auch harten Thriller- bis Horror-Elementen, wo manch einer auch wegsehen möchte und sicher auch tun wird. Die Serie nach der Romanvorlage von Richard K. Morgans „Das Unsterbichkeitsprogramm“ ist ein Sammelsurium an beliebten Sci-Fi Themen, die keinesfalls neu sind, aber homogen in der Serien-Struktur eingebaut werden. Gott, Glaube, Rassismus, Arm und Reich, Leben und Tod, der Sinn des Lebens – Altered Carbon handelt alles ab, was sich so an Fragen in einem Menschenleben auftun kann.

FAZIT
Altered Carbon ist ein Fest für Fans der düsteren Science Fiction. Eine stimmige Welt mit dichter Atmosphäre bietet Platz für einen erwachsenen Sci-Fi-Krimi, der eine gute Balance aus Story und Sci-Fi-Themen bietet und es gerne auch mal ordentlich und actionreich krachen lässt.
Gamingnerd und Filmjunkie. Angefangen hat die Videospiel-Reise mit NES und Gameboy, seither der Gameswelt verfallen. Filme und Serien sind seine Passion seit er selbstständig den Fernseher bedienen konnte. Besitzt eine Affinität zu allen Technik-Innovationen und nerdigen Trends.
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