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Abzû Review

Mit Abzû versucht sich das Entwicklerstudio Giant Squid einen spirituellen Nachfolger zu The Journey zu entwickeln. Mit wunderschönen Unterwasserpanoramen begeisterte das Studio bereits die Zuschauer der E3 Sony Pressekonferenz. Ob die Entwickler damit den großen Fang gelandet haben, erfahrt ihr im Test.

Die endlichen Weiten des Meeres

Abzû startet mit einem an der Wasseroberfläche schwimmenden Taucher. Natürlich übernimmt ihr die Rolle von diesen Taucher und damit beginnt sogleich auch das Abenteuer von Abzû. Kurz wird euch die Steuerung erklärt: Mit der rechten Maustaste taucht ihr unter, mit der linken Maustaste beschleunigt ihr euren Tauchgang. Mit den Tasten WASD kontrolliert ihr die Richtung eures Tauchers, mit der Maus die Kamera-Richtung. Was jetzt sehr einfach klingt, stellt sich in der Praxis dann doch als etwas umständlicher heraus. Die Bedienung mit einem Controller und die Steuerung mit den beiden Analog-Sticks fühlt sich dann doch einfach besser an und würde ich hier dringendes empfehlen.

Nachdem dann diese Herausforderung gemeistert wurde, machten die ersten Tauchversuche schon viel mehr Spaß. Mehr als die Steuerung wird euch dann aber nicht beigebracht. Es gibt keine Informationen zur Geschichte, noch zur Welt oder eurer Person. Ganz im Sinne von The Journey startet ihr also einfach los. Wer nun vielleicht eine offene Unterwasserwelt erwartet hat, wird sicherlich enttäuscht sein. Das Spiel teilt sich in mal mehr, mal weniger große Areale auf, welche ihr dann erkunden könnt. Manche sind dabei sehr groß und es bringt Spaß die unbekannten Tiefen zu entdecken, andere wiederum waren so klein, dass sich ein langer Besuch nicht anbot. Der Weg ist dabei immer klar definiert und man muss nie den Ausgang suchen, unsichtbare Wände zerstören dabei die Illusion eines großen Meeres. Hier habe ich mehr erwartet, insgesamt besteht das Spiel hauptsächlich daraus, von Punkt A zu Punkt B zu kommen und es macht einen dabei zudem so einfach wie es geht. Dazu gibt es noch Sammelobjekte die einem… Nun ja, eigentlich bringen sie fast gar nichts. Ihr müsst schon sämtliche Sammelobjekte finden um eine geheime Türe, die immer wieder erscheint, öffnen zu können. Hinter dieser findet ihr einen neuen Taucheranzug, den ihr dann zum Erkunden anziehen könnt.

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Wenig Gameplay, viel Atmosphäre

Ab und zu gibt es dann eine verschlossene Tür. Dies wird dann mit noch leichteren „Rätseln“ versehen, als der erste Dungeon in einem Legend of Zelda: Zwei Hebel müssen betätigt werden. Diese könnt ihr finden, indem ihr den Ketten der Tür folgt. Diese simple Sache findet man aber nicht nur einmal im Spiel, sondern bis zu drei mal. Selbst nach dem ersten Mal ist dies bereits langweilig und wirkt gegen Ende als Spielzeitstrecker. Abzû nutzt weitere Elemente des Öfteren und bietet kaum Abwechslung. Teilweise war es ermüdend, eine Zwischensequenz zum dritten Mal zu sehen. Dreimal klingt zwar nach wenig, bei einer Spielzeit von knapp 90 Minuten ist dies aber schon störend. Und dann gibt es noch ein sehr nerviges Spielelement gegen Spielende: Die Minen. Die Minen schaden euch, sobald ihr ihnen zu nahe kommt. Doch da ihr nicht sterben könnt, schleudern sie euch nur ein Stück zurück und betäuben euch für ein paar Sekunden. Eine echte Bedrohung sind sie also nicht, aber nervig sind sie. Vor allem wenn sehr viele Minen nah beieinander sind und ihr umher geschleudert werdet, wie ein Ball in einer Flipper-Maschine.

Schön gemacht sind die rasanten Fahrten in einer Wasserströmung, die wieder sehr stark an The Journey erinnern. Ihr schwimmt mit einem Schwarm Fische sehr schnell einer festen Route nach. Das sonst sehr ruhige Spiel nimmt hier sehr viel Fahrt auf und bietet hierbei endlich etwas mehr Abwechslung. Auch gegen Ende gibt es noch zwei weitere Änderungen im Gameplay, welche das Spiel auf einer hohen Note enden lassen. Insgesamt gibt es ein paar Momente, in denen ihr keine Taste drücken müsst, sondern einfach die Atmosphäre genießen könnt. Mit riesigen Walen zu schwimmen ist dabei einer der Höhepunkte. Es gibt in Abzû einige solcher Momente, die man nur genießen kann. Aber das liegt vor allem an der Optik.

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Brilliante Optik

Und darauf habt ihr wohl die ganze Zeit erwartet. Man kann Abzû schlechtes Leveldesign anrechnen, doch dieses Spiel sieht einfach unfassbar schön aus. Die Farben sind schön bunt, die Animationen toll und die Spielwelt wimmelt nur so vor Leben. Teilweise sind über 1000 Fischen gleichzeitig auf dem Bildschirm zu sehen. Zudem bietet euch jedes Gebiet eine andere Kulisse und andere Fische. Diese könnt ihr dazu noch reiten, was Anfangs Spaß macht, aber nicht für den Spielverlauf notwendig ist und mehr als ein Gimmick wirkt. Ihr könnt außerdem an gewissen Statuen noch meditieren und die Optik der Welt weiter genießen. Der gelungene Soundtrack unterstützt dabei die Atmosphäre der Spielwelt und passt perfekt zur Unterwasserwelt. Ein Teil der Geschichte wird dabei über die Architektur und Gemälde erzählt, jedoch gibt es davon leider zu wenig.

Fazit: Die Tiefe des Meeres fehlt

Getestet wurde die PC Version. Abzû ist außerdem für die PS4 erhältlich.

 

Summary
An wem richtet sich nun Abzû? Wenn ihr keine große Geschichte oder viel Action erwartet, dann ist der virtuelle Tauchgang genau richtig für euch. Abzû hat seine Höhepunkte nicht nur in den großen gescripteten Momenten, sondern die ruhige Atmosphäre im Zusammenklang mit dem Soundtrack machen das Spiel zu einer schönen Erfahrung und dazu bekommt man noch eine wunderbare Optik. Aber für mehr reichte es dann bei mir auch nicht. Es wiederholt sich zu oft, zerstört ein Teil der Atmosphäre mit unsichtbaren Wänden und nervigen Elementen und vor allem: Es war zu kurz und bat mir nichts Neues. Abzû hat in dieser Hinsicht nichts einzigartiges und erst recht nichts, was ich bereits gesehen habe. Die Atmosphäre war schön, doch meiner Meinung nach lohnen sich 90 Minuten von Abzû nicht, um den Preis zu rechtfertigen.
Good
  • wunderschöne Unterwasserpanoramen
  • gelungene Atmosphäre
  • passender Soundtrack
  • viele Details
  • endet auf hoher Note
Bad
  • geringe Spieldauer
  • unsichtbare Wände zerstören Illusion des offenen Meeres
  • teils zu kleine Areale
  • wiederholende Spielelemente
  • zu leichte Rätsel
7
Gut
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Derzeitig keine Angaben verfügbar.

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